14 November 2009
12 November 2009
Lukas Krämer Deutscher Jugendmeister 2009
Lukas Krämer 4d hat seinen Titel als Deutscher Jugendmeister erfolgreich in Hamburg verteidigt. An dem Meisterschaftsturnier nahmen insgesamt 15 Jugendliche teil, darunter neben ihm als 4d noch drei weitere 2d. Von seinen Kontrahenten hatte allerding nur Malte Weiß 2d aus Dortmund auch das entsprechende 2d-Rating und er galt für mich als der härteste Konkurrent. Lukas kannte an diesem Tag allerdings kein Erbarmen und schlug einen Widersacher nach dem anderen. Keiner war in der Lage, ihm auf dem Weg zur erneuten Meisterschaft ein Bein zu stellen.
09 November 2009
Steinbeißer - Westfalen II 3:1
Der dritte Spieltag ist gelaufen und man mag es kaum glauben, aber nach dem Sieg gegen Westfalen II steht Düsseldorf an der Tabllenspitze der 4. Liga B! Wie konnte das passieren? Großen Anteil an der jetztigen Tabellenposition hat sicherlich unser Neuzugang Axel 2k, der bisher alle seine Partien gewinnen konnte. Unsere Bank an Brett 4! Am Donnerstag war er sogar als erster fertig, als er in einem spannenden Semeai eine Freiheit mehr als sein Gegner Jonas Sorgalla 1k hatte und ihn damit nach 131 Zügen zur Aufgabe zwang. Gut, das Semeai hätte auch anders ausgehen können, aber eine Freiheit ist eben eine Freiheit. Zwischenstand: 1-0.
An Brett 2 wurde ein Klassiker zwischen zwei alten Bekannten ausgetragen, der Bloggomat 1k traf auf den Ex-Presidente Bernhard Kraft 1k. Da wir beide in Bonn wohnen, hätten wir diese Partie sogar auf dem Holzbrett austragen können. Die Partie im Internet war immerhin ein Novum. Ebenso, dass ich ins Byoyomi kam. Das passiert eher selten und besagt, dass Bernhard mir das Leben ziemlich schwer gemacht hat. Mit etwas Glück ging die Partie am Ende mit 15 Punkten an die Steinbeißer, die damit auf 2-0 erhöhten.
Kurz danach musste Sasa 2k an Brett 3 leider die Waffen strecken. Gegen Jan Schmonsees 2k hatte er eine schweren Stand, kämpfte aber tapfer bis zum 155. Zug weiter. Dafür, dass Sasa eine viermonatige Gopause eingelegt hatte, hat er sich eigentlich ganz gut geschlagen.
Mit dem 2-1 Zwischenstand starrten nun alle auf Brett 1, wo Julian 1d auf Andreas Bader 1d traf. Andreas spielt solide und hatte sich im Verlauf des Spiels bereits ein gegnerisches Grüppchen sichern können, so dass Julian alles geben musste. Den für die abgegebene Gruppe erhaltenen Einfluss konnte er geschickt nutzen und es gelang ihm, zwei größere Gebiete abzustecken. Trotzdem blieb die Partie sehr eng. Letztendlich lag Julian auf dem Brett mit nur 1 Punkt vorne, mit Komi wurden es insgesamt 7 Punkte und die Steinbeißer konnten sich über ein 3-1 freuen.
Das Tor zum direkten Wiederaufstieg hat sich nun ein wenig weiter geöffnet. Als Tabellenführer gehen wir in den kommenden Partien als Favorit ins Rennen. Das ist ziemlich ungewohnt für uns, da uns in den vergangenen Jahre eher die Rolle des Underdogs zukam. Wie wir mit dieser neuen psychologischen Belastung umgehen können, wird sich am nächsten Spieltag gegen Grauer Star Wiebaden zeigen, die in Bestbesetzung mit 3d, 1d, 1d, 2k antreten.
05 November 2009
St. Augustin 2009
Geschafft! Das Turnier in St. Augustin 2009 ist gelaufen und ich bin ziemlich geschafft. Ich weiß auch nicht genau, woran das liegt, aber dieses Jahr kam mir die Organisation anstrengender vor als in den Jahren zuvor. Vielleicht liegts am Alter, vielleicht hat auch der berufliche Stress in den vergangenen Wochen das Seinige dazu beigetragen. Der Umzug vom Kloster ins Nachbarschaftshaus war es jedenfalls nicht.
Als ich am Freitag zum ersten Mal den neuen Spielort sah, war ich positiv überrascht, wie geräumig das Haus war. Es gab einen sehr großzügigen Spielsaal für locker 150 Teilnehmer, einen zusätzlichen Aufenthaltsraum für Analysen, Speis & Trank und ein weiteres Nebenzimmer für die Garderobe und die Losung. Während des Turniers hatte ich fast den Eindruck, dass sich das ganze etwas verläuft, weil insgesamt nur 87 Teilnehmer vor Ort waren. Was heißt nur, immerhin 87! Da allerdings viele nicht über die volle Distanz von 5 Runden gingen, sondern nur 1-3 Runden mitspielten, hatte ich manchmal eher das Gefühl, dass nur rund 60 Leute anwesend waren.
Das Turnier selbst ging reibungslos über die Bühne. Der Auf- und Abbau lief dank vieler Helfer wie am Schnürchen, die Küche hatte Barbara und Co. bestens im Griff, die Losung war einigermaßen pünktlich (nur die 5. Runde wollte nicht so ganz klappen) und die Organisation hinter den Kulissen gab sich alle Mühe, die Veranstaltung zu einem Glanzlicht in der deutschen Turnierszene zu machen. Thomas brachte sein Shido-Go-Konzept erfolgreich an den Mann und Uli bastelte u.a. dutzende von Urkunden.
Das soziale Highlight des Wochenendes war sicherlich der gemeinsame Besuch des China-Restaurants in Hangelar. Bei leckerer Buffetauswahl ließen es sich nicht wenige Turnierteilnehmer unter dem Motto 'All-you-can-stopf-in-you-hinein' mehr als gut gehen. Mit einem überzeugten 'Yes, I can' machte ich auch mit und stand am Ende kurz vor dem Platzen. Fast die ganze Nacht über bekam ich deswegen kein Auge zu. Selber schuld!
Spielerisch gesehen ging das Turnier für mich persönlich mit einem 0-3 voll in die Hose. Ich konnte gar nicht genug Materialfehler aufzählen, um die Niederlagen einigermaßen zu rechtfertigen. Erfolgreicher war dagegen Bernd Radmacher 5d, der das Turnier verlustfrei vor Matthias Terwey 4d und Ralph Eckloff 4d gewann. Bester Bonner wurde Helmut Weber auf Platz 4 (Foto, der rechte Oranje-Fan). Alle Ergebnisse gibt es unter http://www.go-rheinsieg.de/ oder HIER nachzulesen.
Nächstes Jahr wollen wir selbstverständlich wieder ein Turnier in St. Augustin veranstalten. Wo und wann genau, ob wieder im Kloster oder nicht, wird demnächst entschieden und hier veröffentlicht.
02 November 2009
Taifun zieht Spielbetrieb in Mitleidenschaft
Die Meldung ist zwar schon knapp einen Monat alt, aber diese kuriose Anekdote aus den Nihon Kiin ist auf jeden Fall einen Beitrag wert. Ein Taifun fegte am 7. Oktober über Tokyo hinweg und brachte den Verkehr zum Erliegen. Cho Chikun schafft es so gerade noch (3 Minuten vor Ablauf der Uhr) barfuß und mit hängender Zunge am Spielort zu erscheinen, um im Byoyomi sein Ligaspiel zu bestreiten und auch noch zu gewinnen. Aber lest selbst:
30 Oktober 2009
Halloween-Go-Party 2009
Am Samstag startet in Sankt Augustin die große Halloween-Go-Party 2009. Die letzten drei Jahre haben wir das Kloster unsicher gemacht, dieses Jahr gastieren wir im Nachbarschaftshaus Hangelar. Mit weit über 70 Voranmeldungen scheint die Hütte wieder grammelt voll zu werden. Wir rechnen mit etwa 90-100 Teilnehmern. Als Topfavoriten mit dabei sind Bernd Radmacher 5d, Matthias Terwey 4d (Vorjahressieger) und Tobias Berben 4d.
28 Oktober 2009
Island wird McDoof-freie Zone
Kaum zu glauben, aber wahr, die Finazkrise hat auch ihre guten Seiten. So wird sich das von der Wirtschaftskrise besonders hart gebeutelte Island demnächst von der Fast-Fraß-Kette McDoof verabschieden. Der einheimische Rundfunksender RUV meldete vor einigen Tagen aus Reykjavik, dass alle drei Restaurants der US-Kette auf der Atlantikinsel schließen werden. Laut Zeitungsberichten haben die Isländer nicht mehr so viel Geld wie früher in der Tasche. Vor allem seien aber die fast komplett aus Deutschland importierten Rohwaren unerschwinglich teuer geworden. Wie es aussieht, werden die Inselbewohner gezwungen, sich zukünftig gesünder zu ernähren. Das hat zwar jetzt nichts mit Go zu tun, aber meiner Meinung nach sollten sich alle Gospieler den Isländern aus Solidarität anschließen!
26 Oktober 2009
Mannheimer Aji 2009
Gestern und vorgestern fand in Mannheim doch noch das diesjährige Go Turnier statt. "Doch noch", weil lange Zeit unklar war, ob es denn wirklich stattfinden würde. Den Mannheimern ist nämlich das gleiche Unglück wie den St. Augustinern passiert, ihnen wurde wenige Wochen vor Turniergebinn der Boden unter den Füßen weggezogen. Der Vermieter der bisherigen Räumlichkeiten erteilte der Organisation eine kurzfristige Absage. Ein Super-GAU, denn die Spielräume sind so ziemlich der wichtigste und schwierigste Teil, den es zu organisieren gilt.
Tilo und seine Freunde haben aber alles gegeben und es tatsächlich hinbekommen, mit dem Gemeinderaum der Kirchengemeinde St. Peter (Foto) einen Ausweichspielort zu finden. Das war bestimmt nervenaufreibend. Unter diesen Umständen litt auch die Vorbereitung, so wurde z.B. die Werbetrommel im Keller gelassen und bis eine Woche vor Turnierbeginn gab es nicht einmal eine Ausschreibung im Internet.
Dennoch fanden 79 Teilnehmer den Weg zum Mannheimer Aji, immerhin nur ein einziger weniger als 2008. Aus dem Bonner Raum liefen neben dem Bloggomaten 1k noch Uli Frink 8k und Thomas Bruscksch 1k auf. Thomas komnnte sich sogar noch berechtigte Hoffnungen machen, mit einer guten Leistung am Jahresende beim Deutschlandpokal aufs Podium zu klettern. Allerdings schmälerten sich die Hoffnungen etwas, nachdem er zum Auftakt zwei Niederlagen einstecken musste. Am Ende erzielte er zwar noch ein 2:3, aber DP-Punkte gabs keine dafür. Uli fuhr ein 1:2 nach Hause und ich durfte mich sogar über ein 2:1 freuen. Gewonnen hat das Turnier übrigens Viktor Lin 4d, der junge Österreichische Staatsmeister aus Wien. Alle Ergebnisse gibt es HIER.
Als Fazit kann man den Mannheimern zur ihrer Leistung bei diesen widrigen Rahmenbedingungen nur gratulieren und es bleibt zu hoffen, dass das Turnier auch nächstes Jahr wieder stattfindet. Einziger Verbesserungsvorschlag von meiner Seite wäre, die horrenden Kaffeepreise (0,90 € pro Tasse) zu überdenken.
20 Oktober 2009
Christoph Gerlach Deutscher Go Meister 2009
Am vergangenen Wochenende fand die Deutsche Go Meisterschaft 2009 in der Kategorie Einzelkämpfer statt. Acht Hochdans von 4d bis 6d spielten im Japanischen Kultur- und Sprachzentrum in Frankfurt über drei Tage lang den Titel aus. Am Ende hatte Christoph Gerlach 6d (Foto links) die Nase vorn, der nur eine einzige Partie gegen den Titelverteitiger FJ Dickhut 6d (Foto mitte) verlor. Christoph holte sich damit nach 1991 und 1998 seine insgesamt dritte Einzelmeisterschaft.
Vizemeister wurde erneut (zum fünften Mal in sechs Jahren) Benjamin Teuber 6d (Foto rechts), der ebenso wie FJ fünf Siege erringen konnte, aber den direkten Vergleich gegen FJ für sich entscheiden konnte. Wollen wir mal hoffen, dass Benni demnächst auch mal den Meistertitel erringen kann und nicht als "ewiger Zweiter" in die Go-Annalen eingehen wird.
Das Bild ist zwar schon etwas älter, nämlich vom Kölner Goturnier aus dem Jahr 2005, zeigt aber alle drei Kontrahenten auf einen Schlag. Alle Ergebnisse im Detail gibt es HIER nachzulesen.
17 Oktober 2009
Bochum 2009
Letztes Wochenende fand unter neuer Leitung das Bochumer Turnier statt. Nach ein paar Jahren im Herner Exil wurde der Spielort wieder zurück nach Bochum verlegt. Die VHS bot der Veranstaltung einen würdigen Rahmen. Der frische Wind in der Organisation machte sich positiv bemerkbar, man merkte die große Motivation und Ergebnis war eine wirklich gelungene Veranstaltung. Ein großes Lob an dieser Stelle!
Spielerisch konnte ich mit der organisatorischen Leistung nicht mithalten, da hätte schon ein 4-1 her gemusst. Und das wurde gleich in der ersten Partie deutlich. Nach 6 Jahren und 9 Siegen in Folge verlor ich zum ersten Mal wieder gegen Dirk Mechtenberg 1k. Nicht dass die Niederlage unverdient gewesen wäre, aber der Turnierstart war damit versaut. Die gut bestückte Kuchentheke musste Trost spenden. Immerhin konnte ich danach die 2. Runde gegen einen 2k für mich entscheiden. Mit einem 1-1 in der Tasche ließ ich die dritte Runde aus und verbrachte den Rest des Tages im nahe gelegenen Lütgenbömmel, einen kleinen Ort den man nicht kennen muss, aber sollte! Der Sonntag fing dann genauso schrecklich an wie der Tag zuvor, denn ich verlor die erste Partie gegen einen weiteren 2k. Wer eine schöne fette Gruppe einfach so einstellt, darf sich nicht wundern.
Die letzte Partie musste dann alles rausreißen. Durch Agos Losungskünste begünstigt, traf mich der Wuppertaler Doppelschlag. Nach Dirk in Runde 1 durfte ich gegen Hildegard 1k antreten. Auch diese Partie konnte ich nicht gewinnen, aber fast; wir spielten jigo. Das war mein erstes Jigo überhaupt auf einem Turnier. Als Statistiker hält man natürlich alles schön in Tabellen fest und heraus kam, dass das meine 444. Turnierpartie war und Hildegard meine 361. Partie gegen einen Spieler aus Deutschland. Wenn das mal kein Zeichen war!
14 Oktober 2009
Steinbeißer - Augsburg 3:1
Es fluppt in Liga 4 für die Steinbeißer. Am zweiten Spieltag trafen wir auf Argus Augsburg und auf den ersten Saisonerfolg gegen Weinheim ließen wir sogleich einen zweiten folgen. Mit 3-1 konnte der Gegner aus Bayern bezwungen werden. Die Siege auf Düseldorfer Seite erzielten Nikolai, Julian und Axel. Neuzugang Axel hat sich bisher als Granate in Sachen Punktelieferung erwiesen, er kommt auf stolze 100%! Da kann man nur gartulieren!
Nach dieser Runde liegen die Steinbeißer auf Platz 4. Wie sich rausstellt, haben wir allerdings bereits gegen zwei der drei auf dem Papier schlechtesten Teams gespielt. Dennoch ist die Motivation groß und ich denke, dass wir die gesamte Saison über bis zum Ende um den Aufstieg mitspielen werden. Der nächste Gegner heißt Westfalen 2 und dürfte vom Spielniveau her unsere Kragenweite sein.
05 Oktober 2009
Fiasko in Granada
Anfang Dezember sollte in Granada die Spanish Open stattfinden. Das ist ein Turnier, das jedes Jahr an einem anderen Ort ausgetragen wird. Der Veranstaltungsort wird von der AEGO, dem spanischen Go-Verband, im Dezember des Vorjahres bestimmt. Für 2009 hatte sich Granada beworben und auch den Zuschlag erhalten. Soweit, so gut. Danach passierte erstmal monatelang gar nichts. Warum auch, es war ja noch genug Zeit bis Dezember 2009.
Im Mai/Juni wurden einige Gospieler schon etwas nervös, weil noch nichts aus Granada zu hören war und weil sie gerne frühzeitig einen günstigen Flug gebucht hätten. Einige verloren sogar die Nerven und buchten, und zwar nicht nur einen Flug, sondern gleich eine Unterkunft dazu (inklusive Vorausbezahlung). Immerhin fragten sie vorher beim Orgateam nach und bekamen als Rückmeldung, dass selbstverständlich alles nach Plan liefe.
Für mich ist ein Go-Turnier in Granada selbstredend auch ein absolutes Muss, aber ich habe zum Glück aus meinem Erdinger Desaster gelernt. Damals hatte ich meine Tickets auch schon in der Tasche, als das Turnier kurzerhand um eine Woche nach hinten verschoben wurde. Gelernt ist gelernt, ich habe jedenfalls noch nichts gebucht. Denn wer bereits vier Jahre in Granada gelebt hat, den wundert eigentlich gar nichts mehr, schon gar nicht, wenn das Turnier auf dem letzten Drücker einfach abgesagt wird.
Und so war ich nicht verwundert, als genau dieser GAU in der letzten Woche eintrat. Gut, ein paar potenzielle Teilnehmer mit der vorsorglichen Vorausbuchung hat das jetzt natürlich besonders hart getroffen, aber kann man diese außerplanmäßige Katastrophe dem Orgateam anhängen??? Es gehörte halt nicht zum Plan, den Spielort länger als acht Wochen im Voraus vor Turnierbeginn zu buchen. Man war dann sichtlich überrascht, als das nicht klappte. Ebensowenig gehörte es zum Plan, das Turnier rechtzeitig abzusagen bzw. abzugeben, als der Hauptorganisator (von ohnehin nur sechs Gospielern vor Ort) vor Monaten aus persönlichen Gründen das Handtuch warf. Da darf man sich natürlich nicht beschweren, wenn das Turnier dann plötzlich und unerwartet doch nicht in Granada stattfindet, sondern von der AEGO notgedrungen ziemlich kurzfristig nach Cadiz verlegt wird. Dort gibt es anscheinend bessere Rahmenbedingungen (räumlich und personell). Ich will mich hier auch gar nicht beschweeren, sondern nur kurz aufstöhnen und tief seufzen.
Es bleibt dem Go Cafe nichts anderes übrig, als denjenigen, die nach Cadiz fahren, ein schönes Turnier, und denjenigen, die zwangsweise nach Granada fliegen, ein schönes Wochenende dort zu wünschen. Zum Trost sei erwähnt, dass Granada auch ohne Go-Turnier allemal eine Reise wert ist.
01 Oktober 2009
Saisonstart geglückt
Seit kurzem heißt es wieder "Neuses Spiel, neues Glück", die Go-Bundesliga hat wieder angefangen. Dieses Jahr gibt es eine Menge Neuerungen. Der Düsseldorfer Internet Go Club firmiert jetzt unter dem Namen Steinbeißer Düsseldorf und mischt in der 4. Liga B mit. Daher gibt es diese Saison extra ein neues Logo für die Bundesligabeiträge.
Zum Saisonauftakt trafen die Steinbeißer auf dei Weinheim Dangos. Zum ersten Mal seit vielen Monaten, wenn nicht gar Jahren, gingen die Düsseldorfer als Favorit ins Rennen. Mit Nikolai, Julian Peter W. und Axel an den virtuellen Brettern überzeugten sie die mitfiebernden Fans und konnten die Dangos verdient mit 3:1 niederringen. Damit ist die erste Hürde für den direkten Wiederaufstieg genommen.
Dass hier überhaupt vom Aufstieg geredet werden kann, liegt daran, dass es kurz vor Saisonstart eine wichtige Regeländerung gab. Aufgrund der stetig wachsenden Anzahl von teilnehmenden Mannschaften wurde beschlossen, nächstes Jahr eine zweiteilige 3. Liga einzuführen. Für dieses Jahr bedeutet das, dass aus jeder der beiden 4. Ligen fünf Mannschaften aufsteigen und wenn es so weitergeht wie gegen Weinheim, dann dürfte der 5. Platz eigentlich zu schaffen sein.
26 September 2009
Sydney City Go Club
Freitags ab 5 pm findet der Spieleabend im Sydney City Go Club statt. Ich trudelte so gegen 7:30 pm ein und war gespannt auf das, was erwartete. Den ersten Eindruck habe ich auf dem Foto links festgehalten. Zunächst nahm man keine Notiz von mir, da An Young Gil 6p, ein jetzt in Sydney lebender koreanischer Profi, anwesend war und eine Unterrichtsstunde gab. Einige werden sich vielleicht an An (auch auf dem Foto, aber ein wenig verdeckt) erinnern, der 2007 in Deutschland weilte. Die Sydneyer können wirklich froh sein, einen solchen Lehrer vor Ort zu haben. Leider verließ ein Großteil der Anwesenden kurz nach Ende der Lektion den Spieleabend.
20 September 2009
Koalas und andere Gospieler
Diese putzigen kleinen Kerlchen zählen neben den Kängurus zu den wohl bekanntestens Einwohnern Australiens. Sie wohnen auf Bäumen und ihr Speiseplan besteht ausschließlich aus leckeren Eukalyptusblättern. Ab und zu verlassen sie auch die Bäume, was leider dazu führt, dass man sie viel zu oft im überfahrenden Zustand entlang der endlosen Landstraßen antrifft.
Obwohl sie Koalas heißen, haben sie keine Ahnung von Kos. Überhaupt ist ihr Interesse am Gospiel tendenziell eher als gering zu bezeichnen. Ein Desinterresse, dass sie nicht nur mit den Kängurus, sondern auch mit 99,9% der australischen Bevölkerung teilen.
Für ganz Australien werden knapp 600 Gospieler gelistet, von denen aber nur rund 150 aktiv sind. An der Spitze tummeln sich jede Menge asiatische 7ds, die allesamt aus dem südostasiatischen Raum eingewandert sind. Von der Spielstärke her kann man einen mittleren australischen Danspieler in etwa mit einem ebenso eingestuften amerikanischen Gospieler vergleichen. Ein heimischer 3d ist etwa einen Stein stärker als ein japanischer 3d und zwei Steine schwächer als ein nach EGF-Rating eingestufter europäischer 3d.
17 September 2009
Down Under
Wie jedes Jahr im Frühherbst macht sich das Go Café auf in die Ferne, um das Gospiel in entlegenen Gegenden bekannt zu machen und Leute dafür zu begeistern. Letztes Jahr ging es auf die Insel Koh Samui, wo sich allerdings keine Sau dafür interessierte. Vor drei Jahren hat im Urlaub immerhin mal ein Kellner beim Spiel gegen Julia zugeschaut und nach den Regeln gefragt. Ich weiß alledings nicht, ob er wirklich am Spiel oder doch eher an Julia ineteressiert war.
14 September 2009
Die Steinbeißer verstärken sich
Die Go Bundesliga geht in Kürze in die brandneue Saison 2009/2010. Das erhoffte, wenn nicht gar erwartete große Wunder ist ausgeblieben und Düsseldorf startet in der 4. Liga B. Zehn attraktive Gegner erwarten uns in den kommenden Monaten an den virtuellen Brettern auf KGS: Freiburg II, Stuttgart Shoutogaruto, Uni Bonn, Erding, Mittelrhein Cutter, Westfalen II, Weinheim Dango, Grauer Star Wiesbaden und Argus Augsburg.
11 September 2009
Turnier St. Augustin findet statt
Die gute Nachricht vorneweg, das Go Turnier in Sankt Augustin findet wie geplant am 31.10./1.11. statt! Nicht so ganz geplant war, dass es nicht wie gewohnt im Kloster über die Bühne geht, sondern jetzt neu im Haus der Nachbarschaft Hangelar. Ausgelöst wurde dieser notgedrungene Umzug dadurch, dass der Klostervorsteher uns vor 2-3 Wochen zu vertehen gab, dass dieses Jahr keine Steinewerfen im Kloster möglich sei. Das Go Café bereits in diesem Beitrag über die Raummisere.
Immerhin konnten wir kurzfristig eine Alternative organisieren, was angesichts der Rahmenbedingungen nicht ganz so einfach war. Wir wären gerne in die attraktivere Fachhochschule St. Augustin ausgewichen, aber 750 Euro Raummiete inklusive Personalkosten wollen erst einmal hingelättert werden. Etwas unattraktiver, dafür aber weitaus günstiger und sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, ist das Nachbarschaftshaus in Hangelar. Es hat zwar bei weitem nicht das Flair und die Annehmlichkeiten des Klosters zu bieten, aber in der Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot und wir sind schon mal froh, das Turnier nicht ausfallen lassen zu müssen. Apropos Wurst, ganz in der Nähe finden die geneigten Gospieler einen ausgezeichneten Italiener und einen wirklich guten Chinesen für die Abendverpflegung.
Die Ausschreibung steht bereits im Netzt und man kann man sich unter http://www.go-rheinsieg.de/ ab jetzt online für das Turnier anmelden. Wir hoffen, dass viele Teilnehmer den Weg nach Sankt Augustin finden und dass wir diesmal die 100er Marke knacken werden. Kommt also zahlreich, auf dass es wieder ein genauso schönes Turnier wie letztes Jahr wird!
08 September 2009
Kölner Go Kongress 2012 Logo
So sieht es aus, das Logo des Europäischen Go Kongresses 2012. Aus knapp 30 Kandidaten wurde es von einer verantwortungsvollen Jury bestehend aus Horst Timm, Franz Josef Knauf, Thomas Brucksch, Gunnar Dickfeld und Manja Marz ausgewählt. Vor dem Hintergrund, dass hier u.a. auch aus Kostengründen keine professionellen Arbeiten zur Auswahl standen, sondern nur mehr oder weniger liebevoll gestaltete Entwürfe einzelner berufener Gospieler(innen), kann man im Großen und Ganzen doch recht zufrieden mit dem Ergebnis sein. Muss man auch, denn jetzt kann man ohnehin nichts mehr daran ändern. Im DGoB gab es zwar vereinzelte kritische Stimmen, aber denen kann man nur entgegenhalten, dass sie doch selber einen Vorschlag hätten einreichen können. Ich finde das Logo gelungen.
05 September 2009
Kölner Turnier 2009
Am letzten Wochenende fand dasdiesjährige Kölner Go Turnier statt. Wie schon im vergangenen jahr wieder im Bürgerhaus Stollwerck nahe der Kölner Innenstadt. 121 teilnehmer fanden dan Weg in die Kongressstadt 2012. Haushoher Favorit war FJ Dickhut 6d, der sich mit einem 5-0 auch souverän durchsetzen konnte. Auf Platz 2 landete etwas überraschend Barbara Knauf 3d, die sich nach einem Jahr Turnierpause eindrucksvoll zurückmeldete. Barbara war ein Jahr in China, spielte dort aber relativ wenig Go. Anscheinend reicht schon der alleinige Aufenthalt im Ursprungsland des Weiqi, um Go-technisch stärker zu werden. Bernd Radmacher 5d musste diese Erfahrung in der 4. Runde machen. Die Niederlage vermasselte ihm wohl den Sprung aufs Siegertreppchen.
02 September 2009
Go Begriffe (5) - Baghiroffen
Des Öfteren kommt es vor, dass man einen Umstand oder eine Ereignis beschreiben möchte, aber einem die passenden Worte einfach nicht einfallen wollen, weil diese zum Teil auch gar nicht existieren. Im Go werden daher nicht selten japanische oder koreanische Spezialbegriffe, wie z.B. Joseki, Tesuji oder Haengma verwendet.
30 August 2009
Vier auf einen Streich
Das letzte Augustwochenende hat es dieses Jahr in sich, denn es ist zum Super-Go-Wochenende avanciert. Gleich vier Turniere finden parallel in Berlin, Flensburg, Frankfurt und Köln statt. Das gab es meines Wissens noch nie in Deutschland. Im Vorfeld war man darüber besorgt, dass sich die vier Termine zum Teil unglücklich überschnitten. Gerade die Kölner und Frankfurter befürchteten, sich gegenseitig Teilnehmer wegzunehmen. Und mit Jan Oetting 2d spielt ein Kölner (wenn auch erst kürzlich zugezogen) tatsächlich in Frankfurt.
Die Voranmeldungen sprechen allerdings eine andere Sprache. In Berlin werden 56 Teilnehmer zum 5. Baduk Botschafter Cup erwartet. Dafür, dass es hier um die Teilnahme am Korean Prime Minister's Cup geht, sind das arg wenige, die zumal auch zum allergrößten Teil nur aus dem Berliner Umfeld kommen (insgesamt 40 inklusive Potsdam). Auf das Ticket nach Korea haben mit Marco Firnhaber und Johannes Obenaus zwei 5d die besten Chancen.
Flensburg darf auf 33 Teilnehmer hoffen, darunter fünf aus dem Nachbarland Dändemark. Damit ist das Turnier das internationalste von den vieren. Neben dem Deutsch-Dänischen Länderpokal geht es in Flensburg auch um Deutschlandpokalpunkte. Um den Turniersieg streiten sich vor allem die vier 3d Lisa Ente, Sören Heinrich, Bernd Lewerenz und Wu Zhihong.
Frankfurt wird dieses Jahr wahrscheinlich zum letzten Mal von Tim Stäger 2d organisiert. Es sind 54 Spieler vorangemeldet, darunter Lokalmatador Anton Grzeschniok, der als einziger 3d aussichtsreichster Kandidat auf den Turniersieg ist.
Köln hat in Sachen Voranmeldungen mit 111 den Vogel abgeschossen. Der schöne Spielort, die super Organisation und das hervorragende Wetter tragen das ihrige dazu bei, dass so viele Go-Enthusiasten in die Rheinmetropole kommen. Der Hebsackerverlag hat sich bestimmt nicht nur wegen der großen Teilnehmerzahl für einen Stand in Köln entschieden. Fünf Spieler kommen trotz des BBC aus Berlin (wieder inklusive Potsdam) und einen Hauch von Internationalität erfährt das Turnier durch den Stammgast Rudi Verhagen 5d aus Enschede und Tanja Schneider 11k aus Zürich. Mark Zymla 9k aus Konstanz kann man eigentlich auch noch dazu zählen, denn Konstanz gehört fast schon zur Schweiz. Und als einziges Turnier hat Köln mit FJ sogar einen 6d am Start.
28 August 2009
Steinbeißer Düsseldorf
In knapp 100 Stunden läuft die Meldefrist für die neue Go-Bundesligasaison 2009/2010 ab und der DIGOC ist selbstredend wieder mit am Start. Wenn in diesen letzten Stunden kein Wunder mehr geschieht, starten wir zum ersten Mal in der 4. Liga. Das Wunder müsste der Gestalt sein, dass sich gleich zwei höherklassige Mannschaften vom Spielbetrieb abmelden. Eine wäre ja schon ein kleines Wunder, aber gleich zwei? Aufgrund der in der Vergangenheit erbrachten Leistung gehören die Düsseldorfer eigentlich schon seit Jahren in die 4. Liga.
24 August 2009
Go-nicht-im-Kloster 2009 ?
Das allseits beliebte Klosterturnier in St. Augustin geht dieses Jahr in die vierte Runde. Fast schon traditionell findet es immer an bzw. kurz nach Allerheiligen statt. So sollte es auch dieses Jahr sein, doch nur zwei Monate vor Veranstaltungsbeginn gibt der Klostervortseher unerwartet bekannt, dass die Räumlichkeiten an dem gewünschten Termin nicht zur Verfügung stehen. Dieses dicke Überraschungsei lässt die Organisatoren enorm ins Schwitzen geraten. Ich will hier jetzt (noch) nicht von Panik sprechen, aber viel fehlt nicht mehr. Schließlich sollte auf dem Kölner Turnier am kommenden Wochenende bereits die Ausschreibung verteilt und Anmeldungen entgegengenommen werden.
Was gibt es jetzt für Alternativen? Das Turnier absagen kommt absolut nicht in Frage. Einen neuen Termin finden, ist auch eher utopisch. Es bleibt wohl nichts anderes übrig, als einen Ausweichspielort zu organisiseren. Das ist jedoch leichter gesagt als getan, denn die Zeit ist recht knapp ist und die Kosten dürfen auch nicht ausufern. Beispielsweise ein Bürgerhaus für ein ganzes Wochenende zu mieten kann das vorhandene Budget unter Umständen schon sprengen. Wie es aussieht, gibt es dieses Jahr wohl kein Go-im-Kloster Turnier, sondern höchstens ein Go-in-der-Nähe-vom-Kloster Turnier. Das Go Café wird sofort berichten, falls es ein neuer Spielort gefunden wurde.
21 August 2009
Go Café wieder werbefrei
Nach über einem Jahr Experimentierphase, hat sich das Go Café dazu entschlossen, Google Adsense aus dem Blog zu verbannen. Was hat das Projekt außer Ärger eigentlich gebracht? Eine berechtigte Frage. Die Antwort lässt hier nicht lange auf sich warten, denn in der Werbebranche zählt nur eins: das Geld! Um genauer zu sein, das Geld der anderen, das in die eigene Tasche fließt.
18 August 2009
Spielstärke und Rating
Bei einigen Bemerkungen standen mir wieder die Haare zu Berge. Wie schon so oft, muss man auch hier lesen, dass schlechte Turnierleistungen eigentlich nichts mit der Spielstärke zu tun haben. Man könnte ja irgendwie auf Turnieren gestresst sein und dadurch nicht in der Lage sein, seine Bestleistung abzurufen. Die "wahre" Spielstärke muss sich also nicht unbedingt immer auf dem Brett wiederfinden. Das ist hier jetzt nur sinngemäß wiedergegeben, aber es bleibt der gleiche Schrott.
Wie aber kommt man dann zu einer korrekten Einschätzung seiner Spielstärke und somit seines Ranges? Sind die Ergebnisse auf den Spieleabenden aussagekräftiger, wo man nach der Arbeit abgekämpft aufläuft und noch ein bis vier lecker Bier nebenbei einwirft? Oder orientiert man sich am Gezocke auf KGS?
Ich denke, da wird zu viel in einen Topf geschmissen. Meiner Meinung nach gibt es nicht den einen Rang, der einheitlich die eigene Spielstärke in allen Situationen widerspiegelt. Ich bin z.B. auf KGS Blitz-1d, auf dem Spieleabend auch 1d, in Japan und auch auf IGS bin ich sogar 3d, aber auf Turnieren reicht es nicht ganz dazu. Da spiele ich höchstens 1k. Und das ist genau das, was das Rating angibt, eben meine Turnierstärke. Deshalb sollte es auch nur für Turniere angewendet werden, dafür aber dann konsequent. Was nützt es denn, wenn ein Spieler auf KGS 4d ist, auf Turnieren aber wie ein 2k spielt und sich trotzdem als 4d anmeldet? Das ist doch nur ein Ärgernis für die Gegner.
Der Rang, ob Dan oder Kyu, sollte eher als Titel denn als Spielstärkenachweis verstanden werden. Da kann man auch damit leben, wenn der Autor des DGoZ-Artikels schreibt, dass man sich von einem einmal erreichten Rang normalerweise nicht mehr abstuft. Man muss sich dann allerdings von der Arroganz befreien, dass Spieler gleichen Ranges auch immer gleich stark sind. Es ist für mich keine Schande als 1d zwei Steine Vorgabe gegen eine 2d zu nehmen, wenn die Ergebnisse das aussagen.
Das EGF-Rating ist vielleicht nicht das Nonplusultra, aber es zumindest objektiv und momentan das beste Werkzeug, um seriös die Spielstärke zumindest für die Turniere festzustellen. Es ist mit Sicherheit noch zu verbessern und daran wird auch kräftig gearbeitet. Nachdem Ales Cieply die Ratingdatenbank an Aldo Podavini abgegeben hat, wird er sich demnächst in der EGF-Ratingkommission verstärkt um die Verbesserung des Ratings kümmern.
13 August 2009
Nachlese EGC Groningen
Holland war auf jeden Fall eine Reise wert. Vor allem weil man wieder so viele alte Bekannte getroffen hat. Wie wichtig dieser soziale Rahmen beim Kongress ist, kann man gar nicht genügend hervorheben. Wäre das eine anonyme Großveranstaltung, wäre ich (und nicht nur ich) mit Sicherheit nicht dort gewesen.
Ich habe auch eine Menge neuer Erfahrungen gemacht. So habe ich nicht nur das berüchtigte Hollandrad kennen und lieben gelernt (na gut, sagen wir lieber hassen), sondern auch gelernt, dass Hochdans alles, wirklich alles tun, um zu gewinnen. Zu spüren bekommen hat das Lukas Krämer 3D in seiner Partie gegen Matti Siivola 5D. Gespielt wurde mit diesen doofen Ing-Uhren und Lukas wollöte im Fuseki schaun, wie viel Zeit sein Gegner noch hat. Leider drückte er dabei versehentlich den falschen Knopf. Matti hatte nichts besseres zu tun, als darauf zu bestehen, dass Lukas mit dieser Aktion gepasst habe. Ein Passen im Fuseki gegen einen 5d ist fast schon mit der Aufgabe der Partie gleichzusetzen. Ein unerhörtes Verhalten, das einen tieferen Einblick in Mattis schwarzen Teil der Seele zulässt. Formaltechnischer Regelwut vielleicht entsprechend kommt es aber menschlichem Versagen sehr nahe und widerspricht den ethischen Grundsätzen des Gospiels. Gut nur, dass das vereinzelte Ausnahmen sind und dass es im Allgemeinen nicht ganz so verbissen zugeht. Vor allem im den niederen Gefilden der Kyuspieler. Dort wird zwar auch hart gekämpft, aber es steht wahrscheinlcih nicht so viel auf dem Spiel. Oder bilde ich mir das nur ein?
Jedenfalls war die Woche in Holland rasend schnell rum und kaum hatte man sich so richtig eingelebt, war der schöne Kongress für mich auch schon wieder vorbei. Aber wie heißt es so schön, nach dem Turnier ist vor dem Turnier. Der nächste Go Kongress findet in weniger als 12 Monaten in Tampere, Finnland statt. Allerdinsg weiß ich noch nicht, ob ich hinfahren kann. Lust dazu hätte ich schon.
10 August 2009
Alexander Dinerstein neuer Europameister
Alexander Dinerstein 3P (Foto) ist am Samstag neuer Go-Europameister geworden. Etwas überraschend für viele, da er noch am Tag zuvor von Catalin Taranu 5P auf dem Brett auseinander genommen wurde. Aber abgerechnet wird ja bekanntlich am Schluss. Während Catalin mit Kim Joon Sang 7D einen sehr schweren Brocken in der letzten Runde serviert bekam, durfte sich Alexander mit Javier-Aleksi Savolainen, einem 4D aus Finnland, messen. Das nennt man Losglück. Catalin verlor auf Zeit und Alexander konnte den tapfer kämpfenden Finnen gerade so mit 11 Punkten niederringen. Dank des etwas besseren SOS-Wertes landete er dann in der Endtabelle direkt vor Catalin auf Platz 6.
Das Turnier gewonnen hat indes Kim Eun Kuk 7D und dabei ging es noch viel kanpper zu als beim EM-Titel. Kim Eun Kuk traf in der letzten Runde auf den dirketen Verfolger Oh Chi Min 7D und verlor. Gleichzeitig hatte ja Kim Joon Sang gewonnen und auch Hwang In Seong 7D konnte sein letztes Spiel gewinnen. Für die Endtabelle hieß das, das plötzlich vier Koreaner punktgleich mit 8 Siegen vorne lagen. Jetzt musste das SOS-Kriterium herhalten. Und da sah es ganz nach einem Fotofinish aus. Kim Eun Kuk und Hwang In Seong kamen beide auf 408, Kim Joon Sang auf 407 und Oh Chi Min auf 403 Punkte. Knapper geht es wohl wirklich nicht mehr. Die ersten drei Plätze lagen nur einen einzigen SOS-Punkt auseinander. Am Ende musste gar der direkte Vergleich zwischen In Seong und Eun Kuk herhalten, um letzteren zum Turniersieger bzw. zum Offenen Europameister 2009 zu machen. Herzlichen Glückwunsch!
Aber es gibt natürlich nicht nur einen Sieger. Jeder der 586 Teilnehmer hat gekämpft und alles gegeben. Einige haben mehr Siege verbuchen können, andere weniger. Die Bonner Bande schlug sich dabei wie folgt: Bester Bonner wurde Torsten Knauf 3D mit einem sagenhaften 7-3 auf Platz 45. Auf Platz 84 finden wir Lukas Krämer 3D, der 5-4 spielte. Rainer Schütze erzielte ein 2-2 und kam auf Platz 178. Nur einen Platz dahinter landete Rainer Ewert 1D mit einem 5-4, und der Bloggomat 1K spielte 3-1 und belegte am Ende Platz 230. Für Franz Josef Knauf 1D lief es beim Kongress nicht ganz so gut. Ein 4-6 bescherte ihm Platz 262. Dafür konnte sich Cordula Knauf 12K über ein 6-4 und Platz 502 freuen. Ursula Knauf spielte 5-5 und landete auf Platz 557 und Jane Stihl beendete den Kongress mit einem 4-6 auf Platz 570. Alle Ergebnisse gibt es hier nachzulesen. Bei den angegebenen Platzierungen wurden die insgesamt 13 Geisterspieler bereits heraus gerechnet.
Die "Saure Gurke" sicherte sich dieses Jahr Rui Malhado 5K aus Portugal, der mit einem satten Strike (alle 10 Partien verloren) sämtliche Kontahenten in die Schranken wies. In der Kategorie Danspieler ging der Preis an Kawamura Masako 2D aus Japan. Kawamura ließ nur einen Sieg in der 3. Runde zu und zeigte sich ansonsten recht gönnerhaft. Beiden Spielern gratuliert das Go Café zu ihrem ausgezeichneten Durchhaltevermögen und ihren erstaunlichen Nehmerqualitäten.
08 August 2009
EGC Groningen - Runde 9
Die 9. Runde hatte es in sich . Es kam zum großen Finale zwischen Catalin Taranu 5P und Alexander Dinerstein 3P. Der Gewinner war praktisch neuer Europameister, da konnte dann nicht mehr viel schief gehen. Auf KGS war das Interesse entsprechend hoch. Alle die konnten, schauten sich das Spiel an.
Catalin hatte Schwarz und eröffnete die Partie mit R16 & E17. So etwas wie ein tiefer Chinese. Ein bisschen ungewöhnlich, aber für mich ist ja alles ungewöhnlich, was nicht gerade absoluter Standard ist. Mit Zug 28 invadierte Alexander selbst für meinen Geschmack sehr tief in einen früh aufgebauten fetten Rand an der rechten Seite. Nach 20 weiteren Zügen sah die Invasionstruppe immer noch recht tot aus und der Rand drohte zu enorm viel Gebiet plus Einfluss zu werden. Selbst Hong Seol Ki 7D, der die Partie auf KGS live mitverfolgte, schätzte die Wiederbelebungschanchen skeptisch ein. Zug 60: Der Rand wird immer fetter, der Einfluss immer dicker und die weiße Gruppe sucht immer noch verzweifelt das Tesuji zum Leben.
Mit Zug 64 hat es Alexander dann geschafft, ein Ko hinzuzaubern. Doch nach 85. Zug wurde klar, dass Weiß das Ko nicht mehr gewinnen kann. Das machte die ohnehin schon schwierige Partie für Alexander noch schwieriger. Catalin lag punktemäßig vorne und bedrängte Weiß zudem an allen Ecken und Enden. Nach 227 Zügen hatte das Herumwinden ein Ende und Weiß gab endlich auf. Zu deutlich war der Rückstand. Da hat sich Alexander wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. Hier das Kifu zur Partie.
B11 @ M17 , W62 + W74 + W80 @ P15, B71 + B77 + B83 @ P14, B109 @ N9, W120 @ P11, W152 @ L7, W176 @ D13.
Es gab natürlich auch noch den Kampf um den Turniersieg. Da kam es in dieser Runde an Brett 1 zur Begegnung zwischen Kim Eun Kuk 7D und Hwang In Seong 7D. Hwang verrechnete sich während der Partie und musste hart um eine große Gruppe kämpfen. Im Verlauf produzierte er zwangsweise schlechte Formen (z.B. zwei schöne leere Dreiecke) und musste nach 137 Zügen die Waffen strecken. Kim konnte durch diesen Sieg den Sack fast zumachen und steht unmittlebar vor dem Turniersieg. Er hat als einziger 42 MacMahon-Punkte auf seinem Konto. Ihm folgen mit Hwang, Kim, Oh und Taranu vier Spieler mit einem Punkt weniger. Gegen alle außer Oh Chi Min hat Kim Eun Kuk schon gespielt, so dass wir am letzten Spieltag wohl ein weiteres Finale zwischen Oh und Kim sehen dürfen.
Es wurde noch ein drittes spannende Spiel auf KGS übertragen, nämlich die Partie zwischen Ilya Shikshin 7D und Thomas Debarre 5D. Thomas hatte Ilya fest im Griff und hätte die Partie leicht gewinnen können. Er verrechnete sich aber beim Status einer großen Gruppe, die ihm dann leider verstarb. Trotzdem eine super Leistung. Ich denke, dass Thomas in ein paar Jahren auch mal Europameister werden kann.
Leider kann ich über die anderen Ergebnisse aus den unteren Gefilden wenig bis gar nichts berichten. Sie stehen schlichtweg nicht zur Verfügung. In der Regel vergehen fast 24 Stunden, ehe sie ins Netz gestellt werden. Das ist ein Schwachpunkt auf diesem Kongress, denn wenn ich mich recht erinnere, war das in Leksand ganz anders. Da ging das in punkto Ergebnisveröffentlichung viel flotter von statten und man konnte bereits wenige Stunden nach Partieende alles im Internet nachlesen.
Dafür gibt es heute ein Foto vom aktuellen Platz 169 der Tabelle. Wer ihn nicht auf Anhieb erkennt, dem sei gesagt, dass er hier Sandalen mit zum Wetter passenden türkisfarbenen Socken (oder waren die rot) trägt. Da klingelt es doch, das kann nur einer sein: Rainer. ;)
07 August 2009
EGC Groningen - Runde 8
So langsam geht es um die Wurst bei der Europameisterschaft. Die Losung der 8. Runde ergab ganz ober zwei zwei wichtige asiatisch-europäische Duelle. Alexander Dinerstein 3P gegen Kim Eun Kuk 7D und Catalin Taranu 5P gegen Jun Sang Youn 7D. Catalin war fast schon gezwungen zu gewinnen, um den Anschluss nicht endgültig zu verlieren. Aber er vor nicht die Nerven und konnte gewinnen. Ein ganz wichtiger Sieg.
06 August 2009
Zurück aus Groningen
So schnell kann eine Woche vergehen. Kaum zu glauben, dass die Zeit auf dem Kongress schon wieder vorbei ist. Jedenfalls ging es Dienstag abends bereits wieder zurück nach Bonn, wo am Mittwoch auch schon wieder die Arbeit auf mich wartete. Was ein Kontrast. Aber ich habe die Woche in Groningen wirklich genossen. Ehe die Rückkfahrt mit dem Zug angetreten wurde, ging es zum Abschluss nochmal auf den Fischmarkt. Dort gab es für jeden eine Portion Kibbelinge, Lekkerbek oder Garnelen, die im Anschluss noch mit einem lecker Bier runtergspült wurden. Ein gutes Finish für einen Kongress, finde ich.
Der Kongress ist für die meisten natürlich noch voll im Gange und gespielt wird noch zu Hauf. Mit den letzten drei Runden steht nun der Endspurt an. Von den verbleibenen Bonnern stehen die Knaufs wie folgt: Torsten 3D 4-3, Franz Josef 1D 2-5, Cordula 12K 4-3 und Ursula 18K 5-2. Dazu kommen noch Lukas 3D mit einem 5-2, Rainer E. 1D 4-3 und Jane 20K 3-4. Torsten hat in der 7. Runde mit Weiß gegen Regelforscher Jasiek 5D gespielt. Jasiek startete die Partie wie gewohnt mit seiner abgedrehten 7-9 Eröffnung und Torsten konnte sehr gut mithalten Leider fehlten ihm am Ende 5 Punkte zum Sieg. Wirklich schade.
Das Foto zeigt mal keine Gospieler, sondern das Hotelschiff, auf dem z.B. Ursula und Franz Josef oder auch Burkhard Landskron eingepfercht, pardon, untergekommen sind. Den Namen Hotel verdient das Schiff natürlich nicht. Dafür waren die Kojen einfach jämmerlich zu klein. In der Schiffsmesse konnte man dafür aber gemütlich zusammensitzen und sogar gemeinsam kochen. Nichts gegen die Schiffsromantik, aber ich war trotzdem froh gewesen, einen Platz im richtigen Hotel ergattert zu haben.
05 August 2009
Live vom EGC Groningen - Runde 7
Neuer Tag, neues Glück. So dachte ich bis ich die Losung für die 7. Runde sah. Ich wurde tatsächlig erneut runtergelost. WTF Losungsprogramm ist da im Gebrauch? Ich traf zum drittenmal auf einen 3K. Und wie bei den anderen 3K, musste ich am Ende die Brechstange rausholen, um die Partie noch zu gewinnen. I was not amused. Egal, immerhin scheine ich nicht der einzige zu sein, der darunter zu leiden hat. Auch von den spanischen Kollegen kamen Unmutsäußerungen, die in die gleiche Richtung gingen.
Es gab auch wieder ein paar Highlights an den oberen Brettern. Vom Tag vorher bleibt noch zu berichten, dass Alexander Dinerstein 3p gegen den bisher führenden Jun Sang Youn 7D gewinnen konnte. Er ist mit einem MMS von 39 nun auf dem allerbesten Wege, wieder mal Europameister zu werden. Ihm dicht auf den Versen sind noch nur noch zwei weitere Europäer: Rob van Zeijst 7D, gegen den Alexander bereits in der 5. Runde bezwingen konnte und der (noch) amtierende Europameister Catalin Taranu 5p, der punktemäßig immer noch an der Niederlage gegen Thomas Debarre 5D zu knabbern hat.
Im verzweifelten Kampf um die Saure Gurke ist Mochida Takeshi 3D ein Überracheungssieg gegen Bernhard Seckinger 1K gelungen. Wie ihm das passieren konnte, weiß Takeshi wahrscheinlich selber nicht. Der erste Sieg im Hauptturnier seit mindestens zwei Jahren. Dieser Sieg wirft ihn allerdings weit zurück im Gurkenrennen. Vorne gibt es nun neue Gesichter. Ganz vorne an der Spitze, mit einem satten 0-7 im Gepäck, stehen Andreas Koch 2K (DE), Rui Malhado 5K (PT) und Lee Jinwoo 6K (KR) . Diese drei sind jetzt die Titelfavoriten, doch noch sind drei Runden zu spielen und ich würde Mochioda Takeshi noch nicht so schnell abschreiben.
Vor dem Schlußspurt liegt am Mittwoch aber erst mal wieder ein Ruhetag. Angesagt ist dann ein ganztägiges Pokerturnier. Man muss allerdings nicht schon wieder den ganzen Tag in den stickigen Räumen verbringen. Es wird wieder ein Ausflug angeboten und um nicht ganz zu verblöden, sollte man auch wirklich mal an die frische Luft. Diesem gut gemeinten Rat werden aber wahrscheinlich nicht all zu viele Gospieler Folge leisten.
04 August 2009
Live vom EGC Groningen - Runde 6
Man mag es glauben oder nicht, aber ich bin im Hauptturnier zum dritten Mal in Folge heruntergelost worden. Was für ein beschissenes Losungsprogramm! Da kann man schon gar nicht mehr von Lospech sprechen, das ist schon organisierte Diskriminierung. Ich prangere das entschieden an! Wieder einer dieser Pflichtsiege, die alles andere als einfach sind und bei denen man nur verlieren kann.
Und es kam wie es kommen musste, ich spielte eine Kodrohung, die keine war und versemmelte die Partie. What a desaster. Da half es auch nicht, dass die Regenzeit vorbei war die Sonne wieder am Himmel lachte. Ich hatte eher das Gefühl, dass sie mich auslachte. No more comments for today.
03 August 2009
Live vom EGC Groningen - Wochenende (2)
Kurz nach dem Aufstehen verhieß der Blick aus dem Fenster nichts Gutes. Ein grauer Sonntag mit Regen, Regen und nochmals Regen stand bevor. Ein Wetter, wie wir es nicht anders aus Deutschland kennen. Gut, dass da Speilen, Spielen und nochmals Spielen auf dem Programm stand. Was Besseres gab es eh nicht zu tun. Drei Partien standen heute an. Nachdem der Samstag bereist ein erfreuliches 1-1 brachte, konnte ich nochmal ein drauflegen und das Wochenendturnier mit einem sehr guten 3-2 beenden (1D+, 2D-, 1D+, 2D+, 3D-). Ich war ganz zufrieden, wenn man bedenkt, das ich irrtümlich als Shodan in die Losung gerutscht bin.
Die Bonner Bande trat nicht komplett an, aber die, die spielten, schlugen sich alle einigermaßen gut. Die Ergebnisse lauteten im Einzelnen: Helmut 3D 3-2, Lukas 3D 2-1, Rainer S. 2D 2-3, Kirsten 1D 3-2, Thomas 1K 3-2 und Uli 10K 2-3. Alles in allem ein zufrieden stellendes Turnier für die Rheinländer.
Das Turnier gewann am Ende, wen wunderts, ein Koreaner. Der Glückliche hieß dieses Jahr Kim Joon Sang 7D. Er gewann aber nur ganz knapp vor dem punktgleichen Ilya Shikshin 7D, gegen den er in der letzten Runde sogar sensationell verlor. Das Foto zeigt die Zuschauertraube bei der Partie. Einen weiteren Riesenerfolg konnte Jan Simara 5D (CZ) mit seinem Sieg über Chang Yuan Jung 1p (TW) erzielen. Bisher galten die asiatischen Semi- oder auch Vollprofis als unbezwingar für die europäische Elite. Alle Achtung! Man kann die gezeigte Leistung hier wirklich nur bestaunen. Die Gesamtergebnisse des Wochenendturniers sind übrigens hier nachlesen.
Gegen Abend ließ der Regen dann erfreulicherweise nach und wir haben uns auf den Weg in die Stadt gemacht. Jetzt fährt man schon eine Woche auf den Kongress nach Groningen, da muss man natürlich auch was von der Stadt sehen. Wäre doch eine Schande, wenn nicht. Und zumindest vor dem großen Martini-Kirchturm sollte man wenigstens mal gestanden haben. Gesagt, getan, ab ging es mit dem Bus in die Stadt. Aber bis zum Turm haben wir es doch nicht geschafft. Das Abendessen beim Thailänder und der Irish Pub danach verhinderten den kulturellen Höhepunkt der Reise.
02 August 2009
Live vom EGC Groningen - Wochenende (1)
Am Samstag startet traditionell das gut besuchte Wochenendturnier, zu dem immer auch kurzfristig neu angereiste Gäste kommen. Aus Bonn/Siegburg sind mit Thomas 1K, Uli 10K, Kirsten 1D und Helmut 3D gleich vier bekannte Gesichter hinzugekommen. Das Turnier ging dankeswerter Weise erst um 12 Uhr los. Nach holländischer Sitte werden am ersten Tag nämlich immer nur zwei Partien gespielt. Alles andere wäre bei mir auch nicht möglich gewesen, denn als alter Sack muss man den letzten Nächte mit fast ohne Schlaf Tribut zollen. Der Schlafmangel beruhte vor allem auf den zwei Pokerturniere, die sich hinzogen wie Kaugummi. Obwohl nur knapp 20 Leute teilnahmen, dauerte das Ganze über vier Stunden so bis halb drei morgens. Gestern habe ich dankend ausgesetzt, aber wir sind in der Hotelbar versackt und auch irgendwie erst wieder nach drei Uhr im Bett.
Einige Gospieler mussten oder wollten auch am Jahrestreffen der EGF teilnehmen. Das dauerte über 6 Stunden und ging bis weit nach 2 Uhr. Vom Jahrstreffen habe ich aber nicht so viel mitbekommen. Einzig, dass der Kongress 2013 jetzt sicher in Polen stattfinden wird und das der Kongress 2011 nicht mehr in Nizza, sondern jetzt neu in Bordeaux ausgetragen wird.
Das Ausschlafen am Samstag war also für viele ein Segen. Und weil auch nur zwei Spiele anstanden, konnte man danach noch ordentlich viel unternehmen. Auf dem Programm stand Baden gehen im See nebenan und anschließen mal wieder oder schon wieder Essen gehen. Dabei war ich noch vom Mittagsimbiss satt. Da hatten wir den mobilen Fischladen an der Ecke zum See entdeckt, wo es frischen Fisch frittiert gab. Das lohnte sich wirklich. Total lecker! Zum Tagesabschluss gab es dann den verdienten Tagesabsacker in der Hotelbar. Teuer, aber man hat es dann wenigstens nicht mehr weit zum Bett, dass diesmal schon um Mitternacht in Beschlag genommen wurde.
Am Sonntag ist das Wochenendgroßkampftag angesagt. Drei Turnierpartien am Stück. Mal sehen, was dabei rauskommt.
01 August 2009
Live vom EGC Groningen - Runde 5
Die 5. Runde ist gespielt und somit ist Halbzeit in Groningen. Es gab wieder einige äußerst interessante Highlights an den Topbrettern. Am ersten Brett gab es das Spitzenspiel der beiden einzigen ungeschlagenen Spieler. Dabei konnte sich Jun Sang Youn 7D souverän gegen Kim Joon Sang 7D durchsetzen. Aus europäischer Sicht stachen drei Partien heraus. Alexander Dinerstein 3p gewann gegen Rob van Zeijst 7D, Thomas Debarre 5d musste sich erwartungsgemäß Oh Chi Min 7D geschlagen geben und Cristian Pop 7D bezwang Csaba Merö 6D.
Damit ergibt sich in der Gesamtwertung folgendes Bild: Das Teilnehmerfeld führt einsam und allein Jun Sang Youn 7D an. Er hat die allerbesten Chancen, das Turnier zu gewinnen, zumal er bereits zwei weitere Koreaner geschlagen hat. Ihm folgen sieben Spieler mit einem MM-Punkt weniger: Oh 7D, die beiden Kims 7D, Hwang 7D, Zhang 6D, Dinerstein 3p und Pop 7D. Letztere haben die besten Chancen auf die Go-Krone Europas. Bester Deutscher ist auf Platz 25 und mit einem weiteren MM-Punkt weniger Bernd Radmacher 5D, der bisher 3-2 gespielt hat.
Meinereiner hatte in der 5. Runde mal wieder ein wenig Lospech, denn ich wurde erneut runtergelost und durfte nochmal gegen einen 3 Kyu spielen, der 4-0 stand. Ich hatte nach dem gestrigen harten Brocken auch schon einige Bedenken, doch mein Gegner zeigte sich einsichtig und verlor dankenswerter Weise. Was entscheidend zu seiner Niederlage beitrug war, dass er irgenwie kein Ko spielen konnte. Jedenfalls verlor er alle drei großen und wichtigen Kos. Rainer Schütze 2D traf es noch schlimmer, er wurde gegen einen 2K mit 4-0 gelost und verlor dann auch noch.
Die restliche Bonner Bande steht eigentlich ganz gut dar. Torsten 3D, Lukas 3D, Rainer E. 1D, Ursula 18K und Jane 20K stehen allesamt 3-2. Nur Franz Josef 1D und Bernhard 1K haben keinen leichten Stand mit nur einer gewonnenen Partie. Bernhard hat allerdings schon fertig und reist morgen ab. Für die anderen geht es am Montag weiter mit dem Hauptturnier.
Nicht vergessen wollen wir die "Saure Gurke 2009". Nächste Woche geht es da ans Eingemachte. Gut im Rennen mit keiner gewonnenen Partie sind vor allem noch sechs Danspieler. Topfavorit Mochida Takeshi 3D, Motegi Yoshikazu 3D, Nakamura Hiromasa 2D, Motegi Nobuko 1D, Michael Riegner 1D und Jaap Blom 1D. Seltsamerweise ist dieses Jahr kein Koreaner mit im Boot. Nach der Runde haben Rainer S. und ich Fahrräder ausgeliehen. Richtig schöne bzw. olle Hollandräder ohne Gangschaltung und Handbremse (nur mit Rücktritt), die nicht so ganz verkehrstauglich waren (Licht kaputt und Dynamo fiel ab) und die die Bezeichnung Fahrrad nicht wirklich verdienten. Deshalb heißen die Dinger hier auch Fietse. Mit den Fietses haben wir dann eine kleine (4-stündige) Radtour gemacht. Rund um Groningen, immer an den Kanälen entlang. Das war eine richtig schöne Strecke und eine ebensolche Abwechslung vom Go-Alltag vor Ort. Allerdings ließ das unzumutbare Fietse meine verwöhnten Vier Buchstaben am Ende der Tour das hohe C in F-Dur jodeln. Morgen kann ich bestimmt nicht mal mehr im Sessel sitzen.
31 Juli 2009
Live vom EGC Groningen - Runde 4
Am Mittwoch Abend angekommen, habe ich es gerade noch so geschafft , in die Losung für die 4. Runde am Donnerstag aufgenommen zu werden. Rainer Schütze nicht ganz. Er musste auf den Joker am Donnerstag morgen hoffen und bekam dann einen 6d. Immerhin besser als mein Los, denn ich wurde gleich runtergelost und traf auf einen 3k, der 3-0 stand. Ein harter Brocken, der erst nach zähem Kampf über volle 4 Stunden kanpp unterlag. Der Sieg im ersten Spiel ist natüurlich immer besonders wichtig, da das vor allem die Moral hebt und den Kongress gleich in einem viel positiverem Licht erscheinen lässt.
Ansosten kann man gegen den Standard am Spielort wirklich nichts aussetzen. Tolles Hotel, tolles Spielraume, super Organisation, Internet fur lau, etc... Ein einziges Manko muss man aber doch stark bemängeln: die superteure Hotel-Verpflegung bzw. die fehlende Möglichkeit, sich zwischendurch mal ein Kaffee und ein Brötchen reinzuschieben. Mein Kaffeekonsum tendiert momentan ungewollt gegen null. Es gibt eh nur Plörre hier. Durchs Hotel bedingt, entfällt natürlich auch die allabendlichen gemeinsamen Bier- und Zockerrunden vor Ort. Tja, man kann auch nicht alles haben.
Zu den Spielergebnissen: Es gab in der 4. Runde zwei sensationelle Ergebniss an den Topbrettern zu vermelden. Zum einem konnte Gert Groonen 6d den Taiwanesischen Profi und Mitfavoriten Chan Yuan Jung 1p (auf dem Kongress als 7D geführt) , der es irgendwie schaffte, eine Gruppe einzustellen. Und dann gab es noch den großartigen Sieg vom jungen Thomas Debarre 5d gegen den amtierenden Europameister Catalin Taranu 5p. Ein ganz dickes Dingen! Catalin hat an einer Stelle zu tief invadiert und Thomas hat das ganz cool bestraft. Im Profikommentar zur Prtie hieß es, das Thomas keine großen Fehler gemacht habe. Diese Ergebnisse waren natürlich alles andere als vorhergesehn und haben das Gesamtklassement an der Spitze ordentlich durcheinandergewürfelt. In der 5. Runde spielt Thomas gegen Oh Chi Min. Schafft er es nochmal, alle und besonders seinen Gegner zu überraschen?
30 Juli 2009
Auf nach Groningen
Der Mittwoch ist traditionell spielfrei bei den Go-Kongressen und bietet den Teilnehmern die Möglichkeit einen Ausflug zu machen oder sich anderswie auch mal abseits vom Brett etwas umzuschauen. Während des normalen Turnierbetriebs ist das nahezu unmöglich, denn der gemeine Gospieler entfernt sich wirklich nur sehr ungern weiter als 100 Meter vom Spielort, es sei denn, er muss. Die Kongressorganisation bietet dafür eigens einen Ausflug zur Insel Schiermonnikoog im Wattenmeer an. Wer das Wattenmeer noch nie gesehen hat, sollte sich das nicht entgehen lassen.
29 Juli 2009
EGC 2009 Groningen - Runde 3
In der dritten Runde wurden den beiden letzten ungeschlagenen Europäer der Spitzengruppe, wenn auch nur knapp, ihre Grenzen aufgezeigt. Der amtierende interne Europameister Catalin Taranu 5p durfte gegen Kim Eun Kuk 7d antreten. Gleich im Zug 11 ist Kim vom normalen Joseki abgewichen (also von den wenigen, die ich kenne) und hat W eine große Ecke überlassen. Aber als Profi oder Halbprofi weiß man halt, was spielbar ist. Nach 244 Züge hatte Catalin schließlich gut 10 Punkte zu wenig.
28 Juli 2009
EGC 2009 Groningen - Runde 2
Die Auslosung zur zweiten Runde hatte es in sich. Mit den Begegnungen Alexander Dinerstein 3p gegen Ilya Shikshin 7d (Foto) stand praktisch schon die erste Vorentscheidung im Rennen auf den internen EM-Titel auf dem Programm. Wer Europameister werden will, darf sich nicht allzuviele Niederlagen gegen Nicht-Asiaten erlauben. Alexander behielt die Oberhand und hat jetzt 2 Punkte auf seinem Konto.
Unbesiegt verbleiben 5 Koreaner , ein Taiwanese und mit Catalin und Alexandre zwei Europäer. Das bedeutet, dass in der dritten Runde mindestens zwei asiatische Topspieler aufeinandertreffen.
27 Juli 2009
EGC 2009 in Groningen gestartet
An diesem Wochenende ist der 53. Europäische Go Kongress in Groningen gestartet. Am Sonntag wurde bereits die erste Runde gespielt. 488 Spieler gingen gestern an den Start, darunter 32 Spieler in der Topgruppe. Drei davon kommen aus Deutschland: Benjamin Teuber 6d, Bernd Radmacher 5d und Regelforscher Jasiek 5d. Leider konnte keiner der drei sein erstes Spiel gewinnen. Zu den im Vorbericht genannten Topfavoriten ist mit Chang Yuan-Jung 7d noch ein Spieler aus Taiwan dazugekommen und bei den "echten" Europäern ebenfalls noch Rob van Zeijst 7d.
20 Juli 2009
Sommerloch
Man merkt, dass wir uns gerade voll im Sommerloch befinden. Im Moment gibt es nichts Spannendes zu berichten. Gomäßig wartet alles auf den Start des Kongresses in einer Woche. Einzig im DGoB-Forum bietet die hitzige Debatte über den Botschafterpokal in Berlin ein wenig Abwechslung. Wahrscheinlich ist die Diskussion auch nur aus purer Langeweile ausgebrochen.
11 Juli 2009
Vorschau EGC 2009 Groningen
Mitten im Sommerloch sind die Go Nachrichten spärlich gesät. Zum Glück beginnt in zwei Wochen der 53. Go Kongress in Groningen. Dazu passend hier eine kurze Vorschau.
15 Jahre nach Maastricht findet wieder ein Kongress in Holland statt. Mit 333 Teilnehmer bei Hauptturnier hatte der Kongress damals noch eine andere Dimension. Es waren zum Beispiel auch noch keine koreanischen Halbprofis am Start. Gewonnen hatte den Kongress Guo Juan 5p NL vor Shen Guangji 6d DE und dem berüchtigten Manfred Wimmer 1p AT. David Schoffel 6d aus Bonn wurde übrigens Achter.
2009 werden wohl ein paar mehr Spieler den Weg nach Groningen finden. 650 Spieler sind vorangemeldet, rund ein Drittel weniger als zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr für den Kongress in Leksand. Aus Deutschland werden 136 Teilnehmer erwartet. Das wird nur noch durch das einheimische Kontinget getoppt, die Niederländer wollen mit 138 Teilnehmern aufwarten. Die Topspieler kommen mal wieder aus Korea. Mit Hwang In-Seong 7d, Cho Seok-Bin 7d und Oh Chi-Min 7d sind das zunächst drei in Deutschland gut bekannte Gesichter. Ergänzt wird die koreanische 7d Truppe noch mit Jun Sang-Youn, Kim Eun-kuk und Kim Joon-Sang. Eigentlich fehlt da noch Hong Seul-Ki, der sonst immer mit dabei war. Ich tippe mal darauf, dass einer der genannten offener Europameister wird ;).
Die aussichtsrecichsten Kandidaten für den (internen) Europameistertiel sind Vorjahressieger Catalin Taranu 5p RO, Alexander Dinerstein 3p RU, Ilya Shikshin 7d RU und Cristian Pop 7d RO. Alle anderen dürften nur Außenseiterchancen haben. Stärkster Deutscher im Feld ist nominell Benjamin Teuber 6d.
Die Region Bonn ist auch wieder mit einigen bekannten Nasen vertreten. Aus St. Augustin ist wie seit Jahren Familie Knauf fast vollständig mit dabei (FJ 1d, Torsten 3d, Cordula 12k und Ursula 18k), außerdem noch Rainer Ewert 1d und Jane Stihl 20k. Eventuell stößt noch Thomas Brucksch und ein paar anderen aus Siegburg zum Wochenendturnier dazu. Aus Bonn kommen Lukas Krämer 3d, Rainer Schütze 2d, Bernhard Kraft 1k und der Bloggomat 1k. Bernhard hat ein klares Ziel vor Augen, nämlich so schnell wie möglich seine schwarze Serie zu beenden. Nicht dass er noch um die Saure Gurke 2009 mitspielt.
Für den eben zitierten Kampf um die Saure Gurke dürfen wir uns wieder auf die Teilnahme von Mochida Takeshi 3d JP (2008: 0-8) und Kim Mal-Soon 2d KR (2008: 0-8) freuen. Die Vorjahressiegerin Kim Soo Yeon 5d KR (2008: 1-9) hat sich leider noch nicht angemeldet und auch der WAGC-Vorletzte Niyazi Baghirov 3d AZ (siehe auch Das Schaf im Wolfspelz) taucht leider ebenfalls noch nicht in den Listen auf. Aber auch so ist mit diesem hochkarätigen Feld wieder für genügend Spannung gesorgt. Freuen wir uns also auf zwei ereignisreiche Wochen beim Kongress in Groningen.
30 Juni 2009
Zuerst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu. (Jürgen Wegmann)
Jede Serie endet irgendwann einmal! Auf diese Erkenntnis setzt unser Ex-Presidente Bernhard (1k) seine ganze Hoffnung, denn in letzter Zeit ist er nicht gerade vom Erfolg verwöhnt worden, was seine aktuellen Turnierergebnisse angeht. Im Gegenteil: Nichts, aber auch wirklich nichts will mehr auf dem Go Brett gelingen. 14 Niederlagen in Folge sprechen eine deutliche Sprache und lassen die Dimenson des Jammertals nur erahnen. Man munkelt, dass im Lenkrad seines Autos bereits deutliche Bissspuren zu erkennen sind.
Kopf hoch, Bernhard, es gibt weitaus schlimmere Serien! Horst Riecken kann zum Beispiel ein Lied davon singen. In den Jahren 2003/2004 verlor er sage und schreibe 38 Mal hintereinander. Das ist nun wirklich einsame Spitze und wird auch so schnell nicht wieder erreicht werden. Ich denke mal, spätestens auf dem Kongress in Groningen ist dann Schluss mit lustig und Du wirst dich wieder mit eindrucksvollen Siegen zurückmelden.
21 Juni 2009
Wo bitte gehts nach Trier?
Eigentlich war dieses Wochenede ein Turnierbesuch in Trier angesagt gewesen. Zum ersten Mal seit Jahren fand dort mit dem 7. Takamoku wieder einmal ein Go Turnier statt. Aber die Trierer wollten wohl unter sich bleiben, denn in der Ausschreibung stand nichts vom genauen Spielort. Da stand einfach Trier, sonst nichts. Als vor einer Woche immer noch nichts bekannt war, habe ich der Orga eine Mail geschrieben und nachgefragt. Ich sei zwar herzlich willkommen, schrieb Horst zurück, aber einen Spielort verriet er in seiner Antwort trotzdem nicht. Selbst im DGoB-Forum konnte oder wollte sich niemand dazu äußern. Mir blieb schließlich nichts anderes übrig, als auf den Ausflug nach Trier zu verzichten.
Liebes Orga-Team, war das jetzt Taktik oder ungewolltes Versagen? Wolltet ihr nicht, dass Spieler von außerhalb zum Turnier kommen, oder ist Chaos euer zweiter Vorname? Bleibt zu hoffen, dass es nächstes Mal ein kleines bißchen besser läuft.
17 Juni 2009
Darmstadt 2009
Am vergangenen Wochenende luden die Darmstädter Go spieler wieder zum fröhlichen Steine werfen ins Bessunger Schlösschen im Prinz-Emil-Garten ein. Das Wetter war wieder sensationell gut und viele Spiele fanden draußen statt. Nicht so gut war wieder mein Abschneiden. Ich knüpfte nahtlos an die Misserfolge in Hamburg an, nur dass es in Darmstadt kein Pokerturnier gab, um die erbrachte (ich würde fast schon sagen erbrochene) Leistung schön zu reden. Mit Ach und Krach reichte es noch für einen Sieg gegen einen 2 Kyu. Alle anderen waren zu stark für mich. Wo soll das bloß enden?
10 Juni 2009
Schaf im Wolfspelz
Vielen ist der Begriff Wolf im Schafspelz geläufig. Unter Schafen ist dieser Wolf gefürchtet und gehasst wie die Pest. Auch beim Go soll er vorkommen, gemeinhin ist er da als Sandbagger bekannt. Zumindest scheint er dort aber genauso unbeliebt zu sein. Daher ist man seit jeher sorgsam darauf bedacht, nicht als Wolf im Schafspelz zu gelten. Das ist einfach verpönt unter den Schafen. Und Schafe gibt es reichlich beim Go, da brauche ich nach meinem letzten Turnierergebnissen in Hamburg nur in den Spiegel zu schauen.
Aber ein Schaf im Wolfspelz zu finden ist schon viel schwieriger. Bis vor kurzen war man sich gar nicht sicher, ob es so etwas überhaupt gibt. Es gab zwar immer mal wieder Gerüchte über die Sichtung eines solchen und hier und da auch mal einen angeblichen Beweis, aber das wurde von vielen vehement totgeredet oder schlichtweg ignoriert.
Ein Go-Schaf im Wolfspelz? Niemals! Ein Wolf ist immer ein Wolf! Auch im Go. Gut, es kann mal vorkommen, dass sich der Wolf nicht artgerecht verhält und schwächelt, aber das liegt dann immer an den widrigen Umständen. Wer sich selbst als Wolf deklariert, ist grundsätzlich auch immer ein Wolf. Das ist bis heute in der deutschen Go-Welt ein ungeschriebenes Gesetz.
Aber es gibt sie doch! Beim diesjährigen WAGC in Japan ist sogar ein Prachtexemplar der Gattung gesichtet worden. Als 3d gestartet wurde der vemeintliche Wolf derart am Brett vorgeführt, dass es sogar den Go-Schafen die Sprache verschlug und die Tränen in die Augen trieb. Selbst gegen diverse 4 Kyus und 7 Kyus ging er unter wie eine Ente aus Blei. Wie kann es sein, dass man sich freiwillig am Go-Brett derart abschlachten lässt? Welch dickes Fell muss man besitzen, um solch eine Demütigung zu ertragen? Oder wie taub muss man sein, um sein eigenes Geblöke dermaßen selbstsicher als Wolfsgeheul wahrzunehmen? Ich weiß es nicht. Hirntot zu sein ist vielleicht keine Voraussetzung dafür, aber es hilft ungemein.
06 Juni 2009
Relegation DIGOC - Greifswald 0:4
Am Donnerstag wurde das letzte Kapitel der Bundesligasaison 2008/209 aufgeschlagen. Es standen die Entscheidungspiele in Sachen Auf- bzw. Abstieg an. Düsseldorf durfte seine allerletzte Chance im Relegationsspiel gegen Roter Stern Greifswald wahren. Beide Teams waren in Bestbesetzung aufgelaufen. Greifswald bot Volkmar Liebscher 3d, Stefan Thober 1d, Malte Gerhold 1d und Carsten Herrmann 2k auf. Der DIGOC trat mit Nikolai 1d, Marco 1k, Julian 1k und Peter H. 1k an. An sich eine in etwa ausgeglichene Begegnung, so dachte man.
Aber es kam, wie es kommen musste. Alle gaben ihr Bestes, aber das war, wie so oft, nicht genug. Brett für Brett gaben wir nacheinander den Löffel ab. Zuerst musste Nikolai am wichtigen Brett 1 die Waffen strecken und um 23 Uhr war es dann soweit: nachdem auch das zweite Brett mit 28 Punkten verlor hatte der DIGOC auch rein rechnerisch keine Chance mehr auf den Klassenerhalt. Nur die Höhe der Niederlage stand noch nicht fest. Dass es dann die volle Dröhnung wurde, war natürlich besonders bitter. Mit dem 0-4 wurde der Abstieg mehr als deutlich besiegelt. Glückwunsch an Greifswald zum Aufstieg.03 Juni 2009
Hamburger Affensprung 2009
Neben dem WAGC fand letztes Wochenende auch noch der Hamburger Affensprung statt. Da ich mich nicht für für die WM in Japan qualifiziert hatte, dachte ich spontan "auf nach Hamburg". Bei Spitzenwetter lockten nicht nur spannende Go Partien und nette Unterhaltungen (abgesehen natürlich von dem tollen Spielort und der schönen Alster nebendran) die Spieler in die Hansestadt, sondern auch ein Grillabend und eine Pokerrunde.
Letztere startete am Samstag um 20:30 Uhr mit 41 Teilnehmern und 6.000 Chips pro Nase und endete erst spät in der Nacht gegen 2 Uhr. Da es spielerisch beim Go nicht so toll lief bei mir, dachte ich mir, warum nicht mal sein Glück beim Kartenspiel versuchen. Schlimmer als auf dem Brett kann es ja nicht mehr kommen. Beim Pokern kann man auch als Anfänger weit kommen. Sehr weit sogar. Man muss nur entsprechend Glück haben. Selbiges war aber auf meiner Seite. Trotz einiger Patzer zwischendurch schaffte ich es mit sehr wenigen Chips an den Finaltisch der letzten 9. Auf der Strecke blieben vorher so einige entnervte Spieler, wobei ich zugeben muss, dass ich einmal richtig viel Glück hatte, als beim ersten All In die notwendige dritte Dame auf dem River kam. Eine zweite schöne Hand war ein All In mit As König gegen As Dame (Gruß an Thore) und eine Hand die mit einem Damenpärchen gleichzeitig zwei As Könige aus dem Rennen warf. Am Ende wurde ich Sechster. Immerhin.
Gelernt habe ich außerdem, dass man es auch sturzbesoffen, lallend und torkelnd noch unter die Top 9 schaffen kann, auch wenn einem die Mitspieler beim Kartenhalten und Chpis zählen helfen mussten. Erstaunlich, zu was alles eine dicke Leber und ein Rest Kleinhirn in der Lage sind. (Gruß an Andreas, der sich wahrscheinlich nicht mal mehr an seinen eigenen Namen erinnern kann.)
Warum schreibe ich soviel über Poker und so wenig über die Go Ergebnisse. Naja, weil ich halt beschissen gespielt habe und mit 1:4 nach Hause geprügelt wurde. Nur Jan Rüten-Budde 2d hatte ein Einsehen und erbarmte sich gegen mich zu verlieren. Vielen Dank nochmal. Der Kurzbesuch in Hamburg hat sich aber trotzdem gelohnt. Es war ein schönes Erlebnis und ich kann den Affensprung nur jedem empfehlen.
01 Juni 2009
Hu YuQing gewinnt WAGC 2009
Der Chinese Hu YuQing 8d hat zum zweiten mal nach 2005 die Amateurweltmeisterschaften im Go gewonnen. Nach seinem Sieg über seinen ärgesten Konkurrenten Yoo Shin-Hwan 7d aus Korea, liße er in den letzten beiden Runden nichts mehr anbrennen und fuhr seinen Vorsprung sicher nach Hause. Abgebildet ist hier noch mal die Partie zwischen den beiden Superspielern auf dem Turnier. Lange Zeit lang Yoo vorne, doch Hu konnte am Ende das Spiel noch mal zu seinen Gunsten umbiegen. Der losing move war laut Partienkommentar auf Ranka online der Zug 189.

Dritter, punktgleich mit Yoo, wurde Chinese Chan Nai San 6d. Der jugendliche Hong Kong Chinese spielte dieses Turnier ganz stark auf. Mit einem ausgezeichnet 6:2 landeten gleich drei Europäer in den Top 10: Laurent Heiser 6d (LUX), Thomas Debarre 5d (FR) und Ondrej Silt 6d aus Tschechien. Damit scheint der junge Thomas ganz klar auf dem Weg zum 6d zt´zu sein. Alle Achtung!
Regelforscher Jasiek erzielte ein sehr gutes 5:3 und landete auf Platz 24. Spaniens Vertreter Dimas Cabre konnte sich mit einem achtbaren 4:4 auf Platz 31 hochspielen. Ganz unten in der Tabelle finden wir Rabin Raya 5k aus Nepal wieder, der leider alle 8 Partien verlor. Nicht viel besser erging es Niyazi Baghrov aus Azerbaidschan, der als 3d(!) nur seine Partie gegen Raya gewinnen konnte und ansonsten alle Spiele sang und klanglos abgab (6d-,3d-,1d-,1d-, 3k-,4k-, 7k-). Immerhin machte er mit seinen Traumergebnissen die WM für einige verwunderten Kyuspieler zu einem tollen Erlebnis.




